Finanzplan 2027–2031 und Budget 2027

05. Nov 2026

Das Wichtigste in Kürze

Der Gemeinderat hat das Budget 2027 zuhanden des Grossen Gemeinderates verabschiedet. Es weist im Allgemeinen Haushalt einen Ertragsüberschuss von CHF 342'000 und im Gesamthaushalt einen solchen von CHF 32'000 aus. Die Steueranlage und der Ansatz der Liegenschaftssteuer bleiben unverändert.

Steffisburg befindet sich derzeit in einer stabilen und sehr guten finanziellen Ausgangslage. Diese ist insbesondere auf eine zurückhaltende Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren zurückzuführen. Gleichzeitig ist die Finanzplanung von wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt, was eine vorausschauende und risikobewusste Steuerung der Gemeindefinanzen erforderlich macht. Bis im Jahr 2031 sind Investitionsausgaben von CHF 104,9 Millionen vorgesehen, insbesondere zur Weiterentwicklung der Schulinfrastruktur. Diese Investitionen sind notwendig und politisch gewollt.

Die aktuell ungenügende Selbstfinanzierung wird aufgrund der soliden Substanz als vertretbar betrachtet. Die konsequente Priorisierung der Investitionen, die schrittweise Stärkung der Selbstfinanzierung und konsequente Erschliessung vorhandener Ertragspotenziale sowie die Begrenzung der Neuverschuldung stehen im Vordergrund. 

Die Auswirkungen der Steuergesetzrevision 2027 und diejenigen der steuerpolitischen Reformen (Systemwechsel Wohneigentumsbesteuerung / Abschaffung Eigenmietwert und Grundstückkosten) reduzieren den finanziellen Spielraum. Die Mehrerträge der 13. AHV-Rente kompensieren einen Teil dieser Auswirkungen.

Die zentrale Herausforderung besteht deshalb nicht in der heutigen finanziellen Situation, sondern in der Sicherung der langfristigen finanziellen Handlungsfähigkeit. Der Finanzplan zeigt auf, dass eine konsequente Steuerung der Investitionen, der Selbstfinanzierung und der Verschuldung erforderlich ist, damit Steffisburg auch künftig über ausreichenden Handlungsspielraum verfügt und auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren kann.

Finanzplan 2027–2031

Der Gemeinderat erachtet die Finanzplanung aus heutiger Sicht als tragbar. Sie ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Steffisburg hat aufgestauten Investitions- und Werterhaltungsbedarf bei Hochbauten. Der Gemeinderat anerkennt die Notwendigkeit der Investitionen und verpflichtet sich zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Finanzpolitik. Die Planung wird jährlich überprüft und angepasst. 

Das operative Ergebnis ist eine zentrale Steuerungsgrösse. Ein Überschuss ermöglicht Handlungsspielraum, ein Defizit weist auf fremdfinanzierten Konsumaufwand hin. Gemäss Planung wird sowohl im Allgemeinden Haushalt als auch im Gesamthaushalt ab 2027 in allen Jahren ein negatives operative Ergebnis erwartet. Dies stellt die Gemeinde aus politischer Sicht vor anspruchsvolle Herausforderungen.

Die Erfolgsrechnungen des Allgemeinen Haushalts zeigen in der Planperiode 2027 bis 2031 kumulierte Aufwandüberschüsse von CHF 9,6 Millionen. Die Beiträge an die Verbundaufgaben (Lastenverteiler) nehmen in der Planungsperiode gegenüber der Jahresrechnung 2025 um CHF 3,6 Millionen oder 14,1 % zu. Es wird angenommen, dass zwischen 2028 und 2031 Mehrwertabgaben von CHF 10,6 Millionen aus der Ortsplanungsrevision fakturiert werden können - zeitliche Verschiebungen sind möglich.

Zwischen 2026 bis 2031 sind Nettoinvestitionen von CHF 104,9 Millionen vorgesehen. Gemäss Plan können diese bei gleichbleibender Steueranlage nur zu 13,1 % aus eigenen Mitteln finanziert werden, was zu einer Neuverschuldung führt. Aufgrund vorhandener Liquidität - unter anderem aus aufgeschobenen Investitionen und Finanzanlagen – wird voraussichtlich ab 2028 eine Fremdfinanzierung notwendig. Ende der Planperiode betragen die Schulden voraussichtlich CHF 77,0 Millionen.

Rund CHF 8,0 Millionen dieser Liquidität stammen aus dem Verkauf von Grundstücken an der Scheidgasse und am Dükerweg. Diese Mittel sollen zwischen 2027 und 2029 in Liegenschaften des Finanzvermögens reinvestiert werden und laufende Erträge generieren, um Folgekosten aus Investitionen zu decken.

Budget 2027

Der Gemeinderat unterbreitet dem Grossen Gemeinderat folgendes Budget 2027:

  • Steueranlage: 1.62 Einheiten (unverändert)
  • Liegenschaftssteuer: 1.2 ‰ der amtlichen Werte (unverändert)
  • Ergebnis Gesamthaushalt CHF 32'000 Ertragsüberschuss
  • Ergebnis Allgemeiner Haushalt CHF 342'000 Ertragsüberschuss

Das Budget des Gesamthaushalts weist einen Aufwand von CHF 85'487'300 und einen Ertrag von CHF 85'519'300 aus. Es sind Investitionen von CHF 7'913'000 geplant. Der erwartete Finanzierungsfehlbetrag von CHF 6'272'500 wird durch vorhandene Liquidität gedeckt.

Es wird erwartet, dass die Unternehmungen auch bei der nächsten Lohnrunde einen Teil der Inflation ausgleichen und aufgrund des Fachkräftemangels zusätzliche Lohnerhöhungen gewähren. Zusammen mit dem Wirtschaftswachstum und nach Berücksichtigung des Doppeleffekts als Folge der 13. AHV-Rente steigen die Einkommenssteuern somit voraussichtlich gegenüber dem Steuerjahr 2026 um 4,2 %.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an
Konrad E. Moser, Departementsvorsteher Finanzen
Telefon 079 238 44 85
E-Mail konrad.moser@steffisburg.ch

Monika Finger, Finanzverwalterin
Telefon 033 439 43 21
E-Mail monika.finger@steffisburg.ch

Hier können Sie den Medienbericht als PDF downloaden.

Die Beilagen zum Medienbericht lauten wie folgt:
Budget 2027
Finanzplan 2027-3031

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