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19.01.2018 01:06:51


Das Grosse Höchhus


Von einer früheren Burg fanden sich in Steffisburg bis zu den Ausgrabungen im Rahmen der Restaurierung des Grossen Höchhus keine Spuren.



Burg und Höchhus
Burg
Grundriss der Höchhus-Gruppe. Ostseitig das Grosse Höchhus, westseitig das Kleine Höchhus. Die Zahl "1988" bezeichnet eine Sondage im Garten des Kleinen Höchhuses, bei der der archölogische Dienst Bern auf die - damals noch unverstandene - Ringmauer stiess. Unmittelbar westlich des Kleinen Höchhuses verläuft der Mühlebach, ein seit dem Mittelalter aus der Zulg abgeleiteter Gewerbekanal. In Dunkelgrau die Mauerreste der mutmasslichen Adelsburg. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Burg um die bisher bei der Pfarrkirche gesuchte "Stevensburc" des gleichnamigen Egolf, einem Ministerialen, der 1133 als Angehöriger des regionalen zähringischen Gefolges erscheint. Steffisburg war damals Teil der zähringischen Grafschaft Thun.

Text: Armand Baeriswyl aus "Mittelalter 14. Jahrgang - 2009/2"








Höchhüser
Vermutlich liess der Berner Schultheiss Heinrich Matter das Höchhus um 1480 errichten. Dass Matter das Höchhus zusammen mit grossen Ländereien im Dorf und der Landschaft Steffisburg erworben hat, zeigt die Vorliebe der spätmittelalterlichen, bürgerlichen Führungsschicht Berns, Grundbesitz mit Herrschaftsrechten zu erwerben und sich so den Aufstieg in den Adel zu sichern.

Die Zweiergruppe der Höchhüser ist, ausser der Kirche, der älteste Gebäudekomplex in Steffisburg. Ihr Ursprung reicht ins späte Mittelalter zurück. Das markante Grosse Höchhus ist einer der wenigen im Kanton Bern erhaltenen ländlichen Herrensitze aus dieser Zeit.

Laut den Archäologen könnte das Grosse Höchhus sogar auf den Mauerresten der lange gesuchten und 1133 erstmals erwähnten «Stevensburc», dem Namensgeber der Gemeinde, gebaut sein. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Grosse Höchhus mehrmals umgebaut, jedoch stets als Wohnhaus mit Ökonomieteil genutzt. Die Struktur blieb seit mehr als 400 Jahren im Wesentlichen unverändert. Im Bauinventar des erhaltenswerten Baubestandes des Kantons Bern ist das Grosse Höchhus von Steffisburg als «gesamtschweizerisch wichtiger spätmittelalterlicher Herrschaftsbau» verzeichnet.

Diese Baudenkmäler wechselten im Laufe der Zeit öfters ihre Eigner und sind heute im Besitze der Familie Zeller (der schlanke Westteil) und der Stiftung Höchhus (das grosse Hauptgebäude). Ende April 2008 wurden die umfassenden Renovationsarbeiten abgeschlossen. Das Höchhus beherbergt heute ein Restaurant und steht seither der Öffentlichkeit zur vielfältigen Nutzung zur Verfügung.